Saatgutbehandlung als Schlüssel zu nachhaltiger Landwirtschaft

04.06.2025

Mitgliederversammlung des BVO in Magdeburg diskutiert Faktoren für Ernteerfolg

Der Erhalt eines breiten Portfolios an Saatgutbehandlungsmöglichkeiten, inklusive chemischer, biologischer und physikalischer Verfahren ist unerlässlich, um weiterhin gesunde, ertragreiche Ernten sichern zu können. Dabei kommt den VO-Unternehmen eine wichtige Rolle bei der professionellen Reinigung, Behandlung und Untersuchung von Saatgut zu.

Hierauf weist der Bundesverband der VO-Unternehmen (BVO) in einer Erklärung anlässlich seiner Mitgliederversammlung am 03. Juni 2025 in Magdeburg hin. Der Vorsitzende, Jörg Hartmann betont: „Ein vielfältiger Instrumentenkasten ist weiterhin unverzichtbar, um das Saatgut weiterhin bestmöglich gegen samen- und bodenbürtige Krankheiten zu schützen.“ Zurzeit steht die Branche vor der Herausforderung des drohenden Wegfalls der letzten Wirkstoffe für die chemische Saatgutbehandlung, wie vor allem Fludioxonil, ohne dass zeitnah Alternativen in Sicht wären.

Einig waren sich die Mitglieder des BVO darin, dass sich chemische Saatgutbehandlungsmittel seit Jahrzehnten als effektiver Schutz gegen samen- und vor allem bodenbürtige Krankheiten bewährt haben. Sie sind – trotz zunehmender regulatorischer Einschränkungen – weiterhin notwendig, da alternative Verfahren oftmals noch Lücken oder Schwächen in der Wirksamkeit aufweisen. Gerade die aktuelle Saison zeige, dass Krankheiten wie Flugbrand nach wie vor eine große Bedrohung für die Ernten darstellen können. Gleichzeitig nimmt der politische und gesellschaftliche Druck zur Reduktion chemischer Pflanzenschutzmittel zu. Die EU-Zulassungsverordnung von 2009 mit ihren gefahrenbasierten „Cut-off“-Kriterien erschwert die Verfügbarkeit essenzieller Wirkstoffe zunehmend, insbesondere fungizider Beizmittel.

Diesem politischen und gesellschaftlichen Druck folgend, gewinnen biologische, physikalische und kombinierte Verfahren – etwa die Elektronenbehandlung oder der Einsatz von Biostimulanzien – an Bedeutung.

Position des BVO

Der BVO setzt sich für eine vielfältige, differenzierte und risikobasierte Herangehensweise an die Saatgutbehandlung ein. Er fordert:

  • Erhalt eines breiten Portfolios an Saatgutbehandlungsmöglichkeiten, inklusive chemischer, biologischer und physikalischer Verfahren.
  • Ein wissens- und risikobasiertes Zulassungsregime, das Wirksamkeit und Sicherheit statt rein theoretischer Gefahren bewertet.
  • Politische Akzeptanz und Förderung alternativer Methoden, um Innovation zu ermöglichen und marktfähig zu machen.
  • Verstärkte Forschung und Entwicklung, insbesondere zur Schließung bestehender Wirklücken und zur Optimierung der Anwendungssicherheit.
  • Fokus der Pflanzenzüchtung auf Krankheitsresistenz verstärken.

 

Bundesverband der VO-Firmen e.V.

Der Bundesverband der VO-Firmen e.V. (BVO) vertritt bundesweit die Vermehrungs-Organisationsfirmen (VO-Firmen) für die Bereiche Getreidesaatgut, Leguminosen, Feldsaaten und Öko-Saatgut. Mit ihrer Tätigkeit bringen VO-Firmen Züchtungsfortschritt, genetische Vielfalt und kontrollierte Qualität in die breite landwirtschaftliche Praxis und nehmen somit eine entscheidende Rolle in der Wertschöpfungskette der landwirtschaftlichen Produktion ein.

 

Kontakt

Martin Courbier
Bundesverband der VO-Firmen e.V.
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10115 Berlin
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