Neuer Bundessortenversuch Winterweizen verbessert Anbauentscheidungen

11.07.2017
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V.

In allen relevanten deutschen Anbaugebieten wachsen seit vergangenem Herbst alle Winterweizensorten, die zur Zulassung im Winter 2016/17 anstanden, in einem neuen umfangreichen deutschlandweiten Exaktversuchsnetz – dem Bundessortenversuch (BSV) Winterweizen. „Die deutschen Winterweizenzüchter haben gemeinsam mit den Länderdienststellen und dem Verband deutscher Landwirtschaftskammern e. V. diesen ergänzenden Versuch auf den Weg gebracht. Damit wird die höchstmögliche Neutralität und Objektivität der Prüfung sichergestellt. So kann die Landwirtschaft schneller als bisher mit Informationen über die neuesten Winterweizensorten versorgt werden und die Anbauentscheidung noch präziser fällen“, erläutert Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP). Die Ergebnisse gehen gleichzeitig in die Berechnungen und Veröffentlichungen der Länderdienststellen ein, um auch auf diesem Wege den Landwirt optimal beraten zu können. „Ziel ist es, frühzeitig alle neuen Sorten kompetent vergleichen und regional bewerten zu können. Die Ergebnisse werden daher bereits kurz nach der Ernte online auf der neuen Webseite www.bundessortenversuch.de veröffentlicht“, so Schäfer weiter. Der BSV Winterweizen folgt den Richtlinien für die Durchführung von landwirtschaftlichen Wertprüfungen und Sortenversuchen des Bundessortenamtes. Dies gilt sowohl für die Anlage der Prüfungen als auch für die pflanzenbaulichen Maßnahmen und Bonitur der verschiedenen Merkmale. Der BSV ist als mehrfaktorielle Prüfung mit zwei Behandlungsstufen in jeweils zwei Wiederholungen angelegt. Die Ergebnisse sollen daher auch als Datengrundlage für die offizielle Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes dienen und die Sorten somit für die Zukunft noch genauer beschrieben werden.

Zum Hintergrund:

Auf 31 Standorten stehen zur Ernte 2017 im BSV erstmalig 19 neue Winterweizenstämme. Sie werden untereinander und mit den Vergleichs- und Verrechnungssorten von Bundessortenamt und den Länderdienststellen verglichen. Dabei wird das umfangreiche Versuchsnetz zu gleichen Teilen von Länderdienststellen und Züchtern gestellt. In den Versuch aufgenommen werden konnten auf Antrag der Züchter alle Kandidaten, die im Winter 2016/17 zur Zulassung anstanden. Zur Erreichung maximaler Transparenz und Vergleichbarkeit der Daten für die Landwirtschaft haben sich die Züchter entschieden, jeden neuen Stamm, der an mindestens einem Standort in einem Landessortenversuch steht, auch in dem neuen Bundessortenversuch zu prüfen. Ein solcher BSV ist bei Winterraps zur Leistungsbewertung der neuesten Sorten bereits seit 1993 erfolgreich etabliert.

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